Begasung eines Kindergartens

Dresdner Schädlingsbekämpfer hüllen Kita ein

1995 verhüllten Christo und Jeanne-Claude den Berliner Reichstag. Wir erinnern uns – weißer Stoff, der nur noch die Form des Gebäudes erahnen ließ. Beim Anblick eines Kindergartens in Niesky könnte man denken, das Künstlerehepaar wäre dieser Tage erneut am Werk gewesen. Doch man irrt. Hinter der komplett eingepackten Kita steckt nicht ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum, sondern der gemeine Holzwurm. Das brachte die Groli Schädlingsbekämpfung GmbH aus Dresden auf den Plan. Und die brachte die Plane gleich mit.

Aber der Reihe nach: In den Holzbalken der Kita hatte sich also der Holzwurm breit gemacht. „Die kann man hören. Das Knarzen war teilweise so laut, dass die Kinder nicht schlafen konnten. Die Stadt Niesky hat aber schnell reagiert“, erzählt Marco Müller, einer der Geschäftsführer der Groli GmbH. Ende 2016 wurde ein Gutachten erstellt, ab Anfang 2017 eine entsprechende Firma gesucht – und in den Dresdnern gefunden. Bis zur Bekämpfung wartete man aber noch bis zur Ferienzeit, so mussten nur 20 der insgesamt 80 Kinder in Ersatz-Kitas untergebracht werden.

Am vergangenen Freitag schließlich ging es los. Und hier kommen nun die Planen ins Spiel. „Wir haben mit 2650 Quadratmetern Folie das gesamte Gebäude eingehaust und mehr als vier Kilometer Klebeband benutzt“, sagt Müller. Innerhalb eines Tages entstand so der Christo-Effekt. Und warum eigentlich das Ganze? Weil die Groli GmbH den Schädlingen mit Gas den Garaus machte. Mit Schläuchen wurde es seit Sonnabend ins Innere des Gebäudes geleitet. Das Aus für die Holzwürmer.

Am Donnerstag machen sich die Mitarbeiter daran, der Kita ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzugeben und die Räumlichkeiten zu lüften. Rückstände des Gases bleiben nicht. „Am Dienstag geben wir den Kindergarten an den Träger zurück“, erklärt der Geschäftsführer der Dresdner Firma.

Von Christin Grödel

Text aus der DNN

Zurück