Häufig gestellte Fragen zur Schädlingsbekämpfung - Ratte, Maus, Schabe, Wespen, Ameisen und Co

Uns erreichen immer wieder Fragen zu den unterschiedlichen Bereichen der Schädlingsbekämpfung.

Einige der häufig gestellten Fragen wollen wir gern beantworten. Sollten Sie Fragen zu unseren Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen und Techniken haben, so zögern Sie nicht. Wir stehen gern zur Verfügung.

Wie verschwinden nach einer Schlupfwespenbehandlung gegen Motten die Schlupfwespen?

Schlupfwespen sind Nützlinge. Sie können nur überleben, wenn sie Nahrung, das heißt Motteneier finden.

Die Schlupfwespen spüren mittels Geruchssinn die Motteneier auf und parasitieren diese. Aufgrund der Größe der Schlupfwespen beträgt der Umkreis der "Geruchssuche" wenige Zentimeter bis maximal einen Meter. Aus den parasitierten Eier schlüpfen dann neue Schlupfwespen. Diese gehen dann wieder auf "Geruchssuche". Der Kreislauf endet, wenn keine Motteneier mehr zu finden sind. Die Schlupfwespen sterben dann oder wandern ab. Schlupfwespen leben wenige Tage bis Wochen.

Es treten durch diese Nützlinge keine neuen Schädlingsprobleme auf.

 

 

Hilft das Auslegen von Eicheln gegen Holzwürmer?

Immer wieder erreicht uns diese Frage.

Durch das Auslegen von Eicheln, zum Beispiel in Kirchen, soll erreicht werden, dass sich die Holzwürmer vom Geruch der Eicheln magisch angezogen fühlen. Sie sollen angeblich das betroffene Holz verlassen, um ihre Mahlzeit in den Eicheln fortzusetzen. Man müsse dann nur die Eicheln - mit Holzwurm - einsammeln und im nahen Wald verteilen. Dies soll so lange wiederholt werden, bis keine Holzwürmer mehr zu finden seien.

Diese Aussagen gehören zu den Kuriositäten.! Aufgrund der Biologie der Tiere ist dies nicht möglich. 

Und nein, es funktioniert auch nicht mit anderen "Opferhölzern".

Sollten Sie einen Befall mit holzzerstörenden Insekten feststellen, so kontaktieren Sie uns. Nach einer gründlichen Befallsanalyse, eventuell mit einem Holzschutzsachverständigen, können wir Ihnen eine mögliche Bekämpfungsmaßnahme vorschlagen.

 

Siehe auch:

WTA - Merkblatt "Sonderverfahren im Holzschutz Teil1: Bekämpfungsmaßnahmen", 1-10, Ausgabe: 09.2015/D

 

Welche Bekämpfungsmaßnahmen oder Bekämpfungsmethode kommt zum Einsatz?

Eine allgemeingültige Aussage lässt sich vorab nicht treffen.

Als Schädlingsbekämpfer benötigen wir viele Informationen vor einer Bekämpfung. Eine Schädlingsbekämpfung erfolgt immer in mehreren Schritten. 

  • Befallserhebung
  • Auswahl von Produkten/ Wirkstoffen und Verfahren/ Geräten
  • Abstimmung mit dem Kunden
  • Durchführung der Bekämpfungsmaßnahme(n)
  • Dokumentation

Unsere ausgebildeten Techniker bestimmen vor Ort die Schädlingsart. Ermitteln Befallsorte, die Befallsstärke und Ausdehnung und die Art der befallenen Materialeien und Substrate. Danach erfolgt die Wahl der Wirkstoffe und des Verfahrens. Hierbei sind unter anderem vielfältige gesetzliche Rahmenbedingungen zu beachten. Zu beachten sind auch klimatische Besonderheiten und die bauliche Situation der Gebäude, bzw. der Wohnung. Nachdem mit dem Kunden Absprachen zum Bekämpfungsziel und dem Zeitrahmen erfolgt sind, wird die Bekämpfung durchgeführt.

In Abhängigkeit vom Zielschädling wird auch festgelegt, wie viele Bekämpfungstermine notwendig sind.

Was können wir selber tun?

Die sogenannten Hausmittel wirken in den allermeisten Fällen meist kontraproduktiv. Wir stellen nach solchen Selbstversuchen teilweise fest, dass die Schädlinge verjagt oder vertrieben wurden. Diese finden dann aber wieder andere Wege um Ihnen das Leben zu erschweren.

Eine zielgerichtete Bekämpfung inklusive der Quellenbeseitigung durch den ausgebildeten Schädlingsbekämpfer ist die erfolgreichste Methode.

Sind ihre Mittel für uns schädlich? Sind die Mittel giftig?

Wir sind immer bestrebt eine Giftfreie Methode zur Beseitigung des Zielschädlings anzustreben. Hierzu stehen uns unterschiedliche Methoden oder Fallensysteme zur Verfügung.

Falls Wirkstoffe zum Einsatz kommen, ist die Auswahl der Mittel auf den Zielschädling ausgelegt.

Eins Schädigung von Menschen und Nichtzieltieren schließen wir durch unsere fachgerechte Anwendung aus.

Was sind Antikoagulanzien?

Die meisten Rodentizide, die als Köder auf dem Markt erhältlich sind, wirken blutgerinnungshemmend (antikoagulierend) und werden deshalb als Antikoagulanzien bezeichnet.

Die Aufnahme der Wirkstoffe führt dazu, dass die Tiere die Fähigkeit zur Blutgerinnung verlieren und dadurch meist innerlich verbluten. Diese Wirkung tritt erst 3 bis 8 Tage nach Aufnahme ein, so dass die Nagetiere die einsetzende Wirkung nicht mit dem Gift in Verbindung bringen können. Bei Antikoagulanzien unterscheidet man zwischen Wirkstoffen der ersten und der zweiten Generation.

Antikoagulanzien der ersten Generation (first-generation anticoagulant rodenticides, FGAR) sind Warfarin, Chlorphacinon und Coumatetralyl. In der Regel muss der Schadnager den Köder mit diesen Wirkstoffen mehrmals aufnehmen, bevor eine tödliche Dosis erreicht wird. Wirkstoffe der zweiten Generation (second-generation anticoagulant rodenticides, SGAR) sind giftiger. Oft reicht hier eine einmalige Köderaufnahme aus, um eine tödliche Wirkung zu erzielen. Diese Wirkstoffe sind jedoch schlechter abbaubar und reichern sich in Lebewesen an. Zu den SGAR zählen Brodifacoum, Bromadiolon, Difenacoum, Difethialon und Flocoumafen (Umweltbundesamt 2012).

Trotz der höheren Giftigkeit und schlechteren Abbaubarkeit sowie den damit verbundenen Risiken für die Umwelt, besonders für andere Tiere (Nichtzielorganismen), wurden diese Stoffe in den Anhang 1 oder la der Biozid-Richtlinie aufgenommen und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) zugelassen. Die Gründe liegen vor allem im Mangel an wirksamen Alternativen, um eine effektive Bekämpfung von Nagetieren im Rahmen des Infektions- und Vorratsschutzes zu ermöglichen. Allerdings wird für die Anwendung dieser Rodentizide die Einhaltung von bestimmten Risikominderungsmaßnahmen vorgeschrieben (siehe >BAuA- Strategie für eine Umwelt und Resistenzmanagement<). Eine davon ist die Anforderung der Sachkunde, die seit 01.01.2013 wirksam ist.

ACHTUNG: Unter bestimmten Vorraussetzungen ist eine Permanentbeköderung im Innenbereich zulässig.

Alle weiteren wichtigen Informationen zum Einsatz von Rodentiziden (RMM) entnehmen Sie bitte direkt der Homepage des Umweltbundesamtes:  www.umweltbundesamt.de

Sind Ratten nachtaktiv?

In Deutschland kommen die Wanderratte und die Hausratte vor. Ratten sind sehr schlau, scheu und nachtaktiv. Sie sind sehr soziale Tiere und brauchen, weil sie nicht gern alleine sind , ihre Artgenossen.

Können sich Ameisen betrinken?

Ja, das ist durchaus möglich.

Betrunkene Ameisen werden dann von Ihren Artgenossen ins Nest zurück gebracht, damit die ihren Rausch ausschlafen können.

Was ist ein Kammerjäger?

 

Ursprünglich diente der Begriff Kammerjäger als eine Bezeichnung für einen Jäger, der in persönlichen Diensten des Königs stand.

Vor allem in den engen Räumlichkeiten – den Kammern – der Bediensteten kam es im Mittelalter häufig zu Schädlingsbefällen beispielsweise mit Bettwanzen. Zur Tilgung eines solchen Befalls holte man sich Hilfe. Die Personen, die sich auf die „Jagd“ nach dem Ungeziefer machten, wurden dann irgendwann auch als Kammerjäger – eben als Jäger, die in Kammern jagen. Man kann also sagen, dass die Kammerjäger vergangener Tage, Schädlingsbekämpfer waren, die ihre Arbeit innerhalb vorwiegend innerhalb von Gebäuden verrichteten.

Neben dem Ausdruck Kammerjäger wurde im Zusammenhang mit der Schädlingsbekämpfung früher auch der Begriff Rattenfänger geprägt, wobei sich dieser in erster Linie auf Schädlingsbekämpfer bezog, die sich auf Schadnager und deren Bekämpfung spezialisiert hatten.

Noch heute werden Schädlingsbekämpfer häufig als Kammerjäger bezeichnet, was jedoch dem heutigen Berufsbild des Schädlingsbekämpfers überhaupt nicht mehr gerecht und deshalb auch in der Regel nicht gerne gehört wird. Andere Bezeichnungen für den Beruf des Schädlingsbekämpfers sind Desinfektor (beispielsweise in der Schweiz – in Deutschland beschreibt der Ausdruck Desinfektor ein Berufsbild im Feld der Desinfektion und Hygiene) oder Exterminator.

Der Kammerjäger heute: Berufsbild des Schädlingsbekämpfers

Der Beruf des Schädlingsbekämpfers / der Schädlingsbekämpferin ist heute ein nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannter Ausbildungsberuf. In der dualen Berufsausbildung wird der Stand der Technik und der aktuellen Rechtslage (Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Umgang mit Gefahrstoffen, Schädlingsbekämpfung) berücksichtigt.

Zu den Inhalten der Ausbildung zum modernen Kammerjäger gehören unter anderem Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Rechtsvorschriften und Normen, Planen von Arbeitsabläufen, Bedienen und Warten von Betriebsmitteln, Umgang mit und Anwendung von Gefahrstoffen, Umgang mit und Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, Sichern des Arbeitsbereiches, Feststellen von Schädlingsbefall im Gesundheits- und Vorratsschutz, im Holz- und Bautenschutz sowie im Pflanzenschutz (ebenfalls das Planen und Durchführen von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen in den genannten Bereichen), Kundenberatung und qualitätssichernde Maßnahmen.

Die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer / zur Schädlingsbekämpferin dauert drei Jahre.

Die Möglichkeit diesen Beruf im Rahmen einer Erstausbildung zu erlernen, gibt es erst seit 2004. Vorher gab es keine bundeseinheitliche Regelung für diese Berufsausbildung. Zwar war schon 1955 eine Ausbildungsordnung erlassen worden, diese wurde jedoch 1972 wieder aufgehoben. Im Jahr 1984 folgte dann der Erlass einer Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss geprüfter Schädlingsbekämpfer / geprüfte Schädlingsbekämpferin. Diese wurde 1997 durch die Verordnung zur Umschulung zum geprüften Schädlingsbekämpfer / zu geprüften Schädlingsbekämpferin ersetzt, welche begründet durch die Einführung der anerkannten Berufsausbildung im Jahr 2004 Ende 2007 aufgehoben wurde.

Der Kammerjäger heute: Einige wichtige Aufgaben

Zu den Hauptaufgaben des Schädlingbekämpfers gehört der Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Vorratsräumen, Gebäuden und der Umwelt vor Schädlingen. Dazu wählt der Schädlingsbekämpfer geeignete Vorsorgemaßnahmen aus.

Bei einem bereits eingetretenen Schädlingsbefall inspiziert der Schädlingsbekämpfer die betroffenen Räumlichkeiten, wählt anschließend die geeignete Bekämpfungsmethode bzw. das geeignete Bekämpfungsmittel aus und setzt die Bekämpfungsmaßnahme umweltbewusst um. Dabei werden alle Maßnahmen und eingesetzten Stoffe genau dokumentiert.

Daneben ist der Kammerjäger von heute auch gleichzeitig ein wichtiger Berater. In den Bereich der Beratung fallen unter anderem die Aufklärung über Gefährdungspotentiale, die Information über Möglichkeiten der Bekämpfung sowie deren Dauer, die Auskunft zu Wirkungsweisen eingesetzter Schädlingsbekämpfungsmittel und die Aufklärung über Sicherheits- und Vorbeugemaßnahmen.

Schädlingsbekämpfer sind im Gesundheits- und Vorratsschutz, im Holz- und Bautenschutz und im Pflanzenschutz tätig. Sie arbeiten sowohl im Innen- wie im Außenbereich. Zu ihren Auftraggebern gehören Privathaushalte, gewerbliche Unternehmen und öffentliche Einrichtungen / Kommunen.

Der Kammerjäger heute:
Der Mann mit der Giftspritze ist längst Vergangenheit

Als Kammerjäger noch die einzige Berufsbezeichnung war, die Schädlingsbekämpfung noch in den Kinderschuhen steckte und auch noch vor gar nicht allzu langer Zeit, war der Begriff der Schädlingsbekämpfung fast untrennbar mit der Ausbringung von Gift verbunden. Heute wird in der Regel nach den Prinzipien der Integrierten Schädlingsbekämpfung gearbeitet, wo sich die Kernaufgaben des Schädlingsbekämpfers im Bereich von Prävention und Monitoring/Überwachung und weniger in der Bekämpfung und einem unter Umständen damit verbundenen Gifteinsatz befinden.

Insgesamt ist die Schädlingsbekämpfung zu einem sehr komplexen Feld geworden, die Wissen und Erfahrung aus vielen verschiedenen Bereichen wie Biologie, Zoologie und Chemie erforderlich macht.

Beschreibung entnommen von der Homepage eines Kollegen - https://www.jarkow.de/kammerjaeger.html

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